Seminar "Aktuelle pädagogische Fragen des Medienzeitalters"

Sitzung vom 11.05.2011

 

 

    Das Szenario: Ein Elternabend zum Thema "häusliche Mediennutzung"


 
    Sie sind als MiB zu einem Elternanbend mit dem Thema "Kindermedien" an die Volksschule an der Hochstraße in München / Haidhausen eingeladen worden. Sie sind als Medienexpertin bzw. Medienexperte gebeten worden, die Eltern bei der Medienerziehung zu unterstützen und zu beraten.

Konkret geht es an diesem Abend um die Frage,

  • ab wann die Kinder im häuslichen Umfeld

  • welchen Zugang zu den Medien Fernsehen, Computer und (eigenes) Handy haben sollen

  • und wie lange sie die betreffenden Medien nutzen dürfen.



 

 

    Die Veranstaltung - eine Expertendiskussion

 

    Der Elternbeirat hat sich zur Organisation der Veranstaltung etwas ganz Besonderes ausgedacht: Anstatt Sie um einen Expertenvortrag zu bitten, sollen Sie sich mit Ihrer medienpädagogischen Expertise im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Debatte mit anderen Experten stellen.

    Sie sollen dazu zunächst in einem Statement von höchstens 5 Minuten Länge Ihre medienpädagogische Einschätzung zur Frage artikulieren und begründen. Der Elternbeirat hat Sie dabei darum gebeten, ganz konkrete Angaben zu folgenden Punkten zu machen und Allgemeinplätze zu vermeiden:

    Ab welchem Alter sollen Kinder wie lange Zugang zu den genannten Medien haben?

    Welche Medienangebote sollen Kinder in welchem Alter nutzen (Fernsehen, Computerspiele etc.)?

    Über welche eigene Medienausstattung sollen die Kinder selbst in welchem Alter verfügen (eigenes Handy, Fernseher, Computer)?

    Welche Kontrollmaßnahmen und ggf. Sanktionen halten Sie für sinnvoll, um die Kinder zu einem angemessenen Medienkonsum anzuhalten?

    Wenn alle Experten ihre Einschätzung vorgetragen haben, wird sich eine Podiumsdiskussion anschließen. Ziel der Diskusssion ist es, einen Konsens der Experten zu erzielen und den Eltern eine ganz konkrete medienpädagogische Empfehlung mit auf den Weg zu geben.


 

    Einige Quellen zur Vorbereitung und Meinungsbildung

 

Sie können die folgenden Quellen im Internet für die Arbeit in der Gruppe nutzen. Ziehen Sie bei Bedarf weitere Quellen zurate, die Sie selbst recherchieren.

Achten Sie darauf, wer die Informationsangebote bereitstellt, wie hier die Empfehlungen begründet werden und beurteilen Sie diese kritisch!

 

    Die Broschüre "Geflimmer im Zimmer" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

    Die Broschüre "Ein Netz für Kinder" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (siehe bes. S. 10 ff.)

 

 

 

    Informationsplattform "Schau hin!"

 

    Informationsplattform "Handy in Kinderhand" der Aktion Jugendschutz der Landesarbeitsstelle Bayern e. V.

 

 

    Der "Elternratgeber" der Löwen Medien GmbH zum Thema "Fernsehen"

 

    Expertenmeinungen

    Prof. Spitzer: "Kinder lernen besser ohne Computer" (Der Tagesspiegel, 25.06.2007)

    Artikel "Vorsicht Bildschirm? Wie man sich gegen populistische Thesen zur Wirkung von Fernsehen und Computer wappnet" von Dirk Frank (Quelle: Schulen ans Netz, Themendienst Nr. 3 / Juli 2005, Bonn 2005)

    Prof. Wimmer: "Computerspiele sind ein Kuturgut!" (F.A.Z., 10.03.2011)


 


 

    Analyse, Auswertung und Evaluation - ein paar Anregungen

 

Einige mögliche Leitfragen zur Analyse und Auswertung der Sitzung:

    Wie wurden die Empfehlungen zur Mediennutzung von Jugendlichen begründet?

  • Welche Typen von Begründungen treten in der Diskussion überhaupt auf und wie schätzen Sie deren Überzeugungskraft ein?

  • Welchen Status und Stellenwert haben empirische Studien / Daten / Forschungen in der medienerzieherischen Diskussion?

  • Welche anderen Begründungsverfahren können Sie ausmachen?

    Wie konkret waren die medienpädagogischen Empfehlungen? Wie offen müssen sie bleiben? Wie schätzen Sie das Verhältnis von Erziehungskompetenz der Eltern und Konkretisierungsnotwendigkeit der Empfehlungen ein?

 

 

florian@schultz-pernice.de